Deutsche Einheit

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“Deutsche Einheit”

Letzte Änderung
21.02.2024

Mit dem letzten Markenheftchen der DDR eine neue Sammlung beginnen..

Einen philatelistischen Leckerbissen besonderer Art stellt das letzte Markenheftchen der DDR dar. Das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen gab dieses Wertzeichenheft mit Motiven aus der Dauerserie vom 2. Juli 1990 heraus. Die erste Umschlagseite zeigt auf violettem Fond markante Stadtansichten der damaligen Bezirksstadt Erfurt. Auf der Rückseite befindet sich das Motiv der Wartburg zu Eisenach. Das mittlerweile sehr seltene Wertzeichenheft enhält 8 Wertzeichen zu 30 Pfennig mit der Darstellung des Goethe/Schiller-Denkmals in Weimar und 8 Wertzeichen zu 50 Pfennig mit dem Motiv Brandenburger Tor in Berlin. Der Preis des Markenheftchens betrug damals DM 6.40, was auch durch einen Preisaufdruck auf der Rückseite belegt wird. Eine Kuriosität stellt die Verarbeitung des Heftchens dar, dessen Einzelteile - ähnlich den Heftchen von Großbritannien  zusammengenäht wurden. Für den hervorragenden Entwurf des Umschlages war Peter Kom aus Neuenhagen verantwortlich. Gedruckt wurde von der Wertpapierdruckerei in Leipzig, auf Papier ohne Wasserzeichen. Der Ausgabetag der Briefmarkenheftchen war der 2. Oktober 1990 - letzter Tag der DDR! In den Anfängen (USA und Kanada bereits ab 1900) wurden Markenheftchen durch Zertrennen von Schalterbogen hergestellt und der Bogenrand zur Heftung verwendet.

Die Idee der Markenheftchen geht auf den Engländer Unet Coates zurück, der bereits 1877 Anregungen gab. Private Vorläuferausgaben führen auf das Jahr 1891 zurück. Mit Genehmigung der Post vertrieb die Firma «Stamp Distribution Machines» in London schon ab Mai 1891 Markenheftchen in aufgestellten Automaten, deren Zahl bis zum Jahr 1895 auf 130 Stück angestiegen war. Aber was an den Automaten jener Zeit gezogen werden konnte, war ein kleines, 64 Seiten umfassendes Notizbuch mit Kalendarium und vielen Anzeigen verschiedener Firmen. Im Rückendeckel befanden sich zwei schräge Schlitze, die eine einzige, mit den Buchstaben SDC gelochte Penny-Marke (Michel-Nr. 65) aufnahmen. Die Bezeichnung «Heftchen mit Marke» wäre für die damaligen Exemplare wohl eher angebracht...
Die Deutsche Bundespost nennt die Heftchen heute «Freimarkenheftchen» und versieht sie so mit den unterschiedlichen Freimarken, daß ein runder Verkaufsbetrag herauskommt - eine Hilfe für den Verkauf an Automaten. Als Sammler sollte man wissen, daß entweder die ganzen Heftcheninhalte, nur die speziell möglichen Zusammendrucke oder aber die unterschiedlichen Werbeaufdrucke auf Heftchendeckeln und -rückseiten berücksichtigt werden können.